1. Theodor-Heuss-Gymnasium
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Aktuelles

60-jähriges Abitur-Jubiläum: Interview

Mittlerweile kann man schon von einer schönen Tradition sprechen, wenn alle paar Jahre frühere Abiturienten des THG zusammentreffen und uns von früheren Zeiten erzählen. Heute am 08.10.21 waren es acht ehemalige Schülerinnen und Schüler, die 1961 ihr Abitur gemacht haben. Wir, die Reporter der Theodor Times, haben uns mit ihnen auf dem Lehrerparkplatz vor unserem Schulgebäude getroffen. Schon dort wurde uns erzählt, dass unsere Schule zu deren Zeit nur aus unserem heutigen Altbau bestand. Die Schule hieß damals auch nicht Theodor-Heuss-Gymnasium, sondern Mathematisches-Naturwissenschaftliches Gymnasium. Sie erzählten uns zudem, dass sie teilweise von weit her angereist sind. Der eine kam aus Zürich, der andere wiederum aus Düsseldorf und ein noch anderer aus dem schönen München. Als nun alle eingetroffen waren, liefen wir rüber zur Kastanie und haben den Abiturienten des Jahrgangs 1961 unsere verschiedenen Schulgebäude und die relativ neue Mensa gezeigt. Da der Kunstraum der einzige Raum ist, der sich kaum verändert hat, sind wir zügig dorthin gegangen, um den Abiturienten einige Fragen zu stellen. Viele Geschichten und Erzählungen sind teilweise lustig oder für uns heute nur schwer vorstellbar. Unterhaltsam war zum Beispiel, dass die Tische und Schränke, die wir im Kunstraum stehen haben schon bereits 1961 da waren. Wir konnten einige Fragen stellen, deren spannende Antworten in folgendem Interview dargestellt sind.

Theodor Times (TT): Der Kunstraum hier ist ja so, wie Sie ihn kennen. Aber was hat sich im Laufe der Zeit verändert?

Schüler des Jahrgangs 1961 (1961): Eigentlich nur die Fenster, sonst war alles gleich. An den Tischen haben wir gesessen. Selbst die Schränke sind dieselben geblieben.

TT: Hatte das Gebäude Kriegsfolgen?

1961: Das Gebäude selbst hatte keine Kriegsfolgen. Allerdings waren vor dem Gebäude mehrere Baracken. Das Lehrerzimmer selbst war eine Baracke.

TT: Hatten Sie früher nur dieses Gebäude (Altbau) hier?

1961: Ja, wir hatten nur den Altbau. Ohne die Turnhalle und ohne andere Gebäude dazu.

TT: Wie viele waren Sie in einer Klasse?

1961: Wir sind mit 54 Schülern eingeschult worden und mit 22 haben wir Abitur gemacht. Aber das war damals eine ganz normale Quote.

TT: Wie viele Schüler waren es insgesamt in der Schule?

1961: Das weiß ich nicht genau, aber das müssten so ca. 360 Schüler gewesen sein.

TT: Sie haben es ja schon angesprochen. Die Schulzeit war damals in Jungen und Mädchen unterteilt. Wie lief das dann ab?

1961: Anfangs war der Schulhof noch geteilt. Erst als Frau Dr. Frank erschienen ist, wurde der Schulhof getrennt. Mit den Mädchen, mit denen wir vorher zusammen am Tennisplatz saßen, durften wir also auf keinen Fall zusammen sprechen. Auch im Treppenhaus mussten die Jungs links gehen und die Mädchen rechts. Dinslaken war allerdings ziemlich klein, weshalb sich alle untereinander kannten. Deshalb haben sich schon zwischendurch ein paar Freundschaften mit Mädchen entwickelt, wovon aber niemand etwas wissen durfte.

TT: Haben Sie früher auch Streiche gespielt?

1961: Einmal haben wir was gemacht. Und zwar hatten wir vor der Schule mehrere Baracken, wovon wir eine umbauten und ein FDP-Wahlplakat darauf machten. Dann hat der Lehrer uns aber nachmittags angerufen und gesagt, Jungs macht das mal bitte weg. Und das haben wir dann auch getan. Ansonsten waren wir alle Musterschüler, das müsst ihr wissen.

TT: Wurde über den Nationalsozialismus gesprochen oder wurde das verschwiegen?

1961: Eigentlich kaum. Bei einigen Lehrern haben wir mal leise darüber gesprochen oder jemand meinte mal, als ich ein Kind war, zu mir, dass ich mich schämen müsste, Deutscher zu sein. Aber das versteht man als Kind natürlich noch nicht. Wir hatten auch einen Lehrer, der meinte, dass die Nazis zu Recht verloren haben, so wie die gekämpft haben, was ich da im Krieg gesehen habe.

TT: Welche Bedeutung hatte das Abitur für Sie?

1961: Das war sehr wichtig. Das fanden wir alle. Denn das war die Eintrittskarte. Die Eintrittskarte zur Universität. Ich weiß noch genau, wann ich mein Abitur bekommen habe, 03.03.1961. Wann ich mein Staatsexamen gemacht habe, das weiß ich nicht. Das Abitur war für mich das wichtigste.

TT: Wie lange ging dann Ihr Schultag.

1961: Wir hatten vergleichbar zur heutigen Zeit Unterricht. Ungefähr bis 1 Uhr und einmal in der Woche nachmittags Sportunterricht. Wenn wir Schwimmen hatten, mussten wir – egal bei welchem Wetter – mit dem Fahrrad zum Hallenbad in Sterkrade fahren. Wir hatten allerdings auch samstags Unterricht.

TT: Wie wurden die Fächer geprüft?

1961: In vier Fächern wurden Klausuren geschrieben und in allen anderen konnte es spontane mündliche Prüfungen geben.

TT: Fanden Sie Ihre Schulzeit schön?

1961: Wir haben uns noch nach dem Abitur immer mal wieder getroffen, um über unsere Schulzeit zu sprechen. Das zeigt, dass wir insgesamt eine schöne Schulzeit hatten. Die war natürlich belastet mit „Mir steht es bis hier“, mit „Ich habe keine Lust“, Hausaufgaben nicht gemacht, Ängste ausgestanden. Das ist alles ganz normal. Aber wenn man diese Dinge, die uns begegnet sind, wie sie jedem begegnen, einfach abstrahiert, dann ist unsere Schulzeit etwas sehr Schönes gewesen.

TT: Wie lange wurden Klausuren geschrieben?

1961: Auch so wie heute, ungefähr 3 bis 4 Stunden.

TT: Gab es viele Hausaufgaben?

1961: Ja, sehr viele. Aber wir hatten auch genügend Freizeit gehabt.

TT: Welche Fremdsprachen gab es zu Ihrer Zeit?

1961: Wir musste mit Latein anfangen. Und dann kam Englisch und später hatten wir ein Jahr Französisch als Pflichtfach und danach konnten wir weiterwählen.

TT: Mussten Sie Schulgeld bezahlen?

1961: In den ersten zwei Jahren mussten wir noch Schulgeld bezahlen.

TT: Hatten Sie früher Schulkleidung?

1961: Bei den Jungs war das egal, was wir trugen. Die Mädchen mussten immer einen Rock tragen.

Das war unser Interview, das wir mit den Abiturienten des Jahrgangs 1961 machen dürften. Interessant ist noch, dass zu ihrer Zeit der Schulbeginn nicht nach den Sommerferien, sondern zu Ostern war. Es gab auch nicht zwei Halbjahreszeugnisse, sondern drei. Früher gab es nämlich Trimester. Es gab ein Zeugnis zu den Sommerferien, eins zu Weihnachten und eins zu Ostern. Wir bedanken uns, dass sie sich für uns Zeit genommen haben und wünschen ihnen noch viel Spaß in den drei Tagen, in denen sie nochmal alle gemeinsam zusammenkommen.

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