Porträt des Faches Evangelische Religionslehre

Das Fach Evangelische Religionslehre (Fachkürzel ER) wird an unserer Schule in der Sekundarstufe I und in der Sekundarstufe II angeboten. Wir gehen mit den Schülerinnen und Schülern auf Spurensuche – auf die Suche nach den Spuren Gottes. Diese finden wir in unserem Leben und unseren Erfahrungen, in unserer Welt und in unserem Miteinander, nicht zuletzt aber auch in der Bibel. Wir begegnen dabei anderen Menschen und sehen deren Wege. Insbesondere beschäftigen wir uns mit den Spuren, die Jesus hinterlassen hat. Es gibt viele Wege und wir müssen immer wieder neu entscheiden, welchen Weg wir gehen.

Wir evangelische Religionslehrerinnen und -lehrer verstehen uns als Wegbegleiter. Wir wollen dabei mehr erfahren über die, die diese Spuren hinterlassen haben, über ihre Zweifel, ihre Ängste, ihr Vertrauen und ihren festen Glauben. Vermeintliche Spuren Gottes finden sich aber auch auf falschen Wegen (z.B. Kriege, Gewalt…). Auch diese Wege wollen wir in den Blick nehmen und kritisch hinterfragen.

Auf diesem gemeinsamen Weg lesen wir Geschichten und erarbeiten Texte, betrachten Bilder und schauen Filmausschnitte. Wir bereiten ökumenische Gottesdienste vor, zu denen die Schulgemeinde eingeladen ist. Wir besuchen Museen und Gotteshäuser, so z. B. die Essener Synagoge und das Bibelmuseum Nimwegen. Gleichberechtigt neben der verstandesmäßigen Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben stehen für uns die Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler mitbringen und die auch ihr religiöses Bewusstsein prägen. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen positive Erlebnisse in Gemeinschaft ermöglichen, aber auch mit ihnen über negative Erfahrungen wie Enttäuschungen oder Trauer ins Gespräch kommen.

Der Unterricht in Evangelischer Religion soll den Schülerinnen und Schülern helfen, selbst Entscheidungen treffen zu können in Verantwortung vor Gott, vor anderen Menschen und vor sich selbst. Sie erfahren etwas über ihre christlichen Wurzeln, die ihnen im Leben Halt geben können. Unser Ziel ist es aber auch, neue Perspektiven aufzuzeigen und kritisches Denken einzuüben.

In den Stufen fünf bis neun wird das Fach in der Regel zweistündig als mündliches Fach unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Zeit lernen, z.B. eigene Standpunkte in Bezug auf religiöse Fragen zu entwickeln, biblische Aussagen in Bezug zu aktuellen Geschehnissen zu setzen und respektvoll mit Angehörigen anderer Konfessionen und Religionen umzugehen.

In der Oberstufe kann das Fach als dreistündiger Grundkurs mündlich oder schriftlich belegt und auch als drittes (schriftliches) oder viertes (mündliches) Abiturfach gewählt werden. Das Fach Evangelische Religionslehre deckt im Abitur das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld ab. Soll es Abiturfach sein, müssen spätestens ab der Qualifikationsphase 1 (Q1, entspricht der Klasse 11) durchgängig Klausuren belegt werden. In dieser Lernphase vertiefen die Schülerinnen und Schüler die in der Sekundarstufe I erworbenen Kompetenzen. Sie sollen am Ende der gymnasialen Oberstufe in der Lage sein, an gesellschaftlichen Diskussionen über Glauben und Leben teilzunehmen und dabei eine begründete christliche Perspektive einzubringen. Der evangelische Religionsunterricht führt vorbereitend in Denk- und Arbeitsformen der Evangelischen Theologie ein. Dabei werden Positionen der katholischen Kirche und anderer christlicher Konfessionen in den Unterricht einbezogen.

Am THG unterrichten derzeit sieben Kolleginnen und Kollegen das Fach Evangelische Religionslehre: Frau Dickmann (Sek. I), Herr Gründel (Sek. I), die Referendarin Frau Höner (Sek. I und II), Frau Dr. Keita (Sek. I und II), Herr Neuzerling (Sek. I), Frau Otte-Harloff (Sek. I und II) und Frau Patzelt (Sek. I).

Mit den Kolleginnen und Kollegen des Faches Katholische Religionslehre verbindet uns eine bewährte, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir bereiten Schulgottesdienste in der Regel gemeinsam vor und machen z.B. gemeinsame Exkursionen.

Der Evangelische Religionsunterricht ist grundsätzlich offen auch für Schülerinnen und Schüler, die nicht getauft sind oder einer anderen Religion angehören.

Impressionen aus dem Unterricht

Entwürfe für ein Kirchenfenster zum Thema "Gott" (erstellt von einer 5. Klasse)

 
 
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