Die IFK dankt den ehrenamtlichen Helfern mit einem Frühstück

Dinslaken. Brötchen und Aufschnitt, Gemüse und Obst, dazu Kaffee, Säfte und Wasser und die ein oder andere Spezialität aus anderen Ländern: Die 24 Schüler der Internationalen Förderklasse (IFK) am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) haben zum Ende des Schuljahres alles für ein ausgiebiges gemeinsames Frühstück vorbereitet. Bedanken wollen sich die Kinder und Jugendlichen - alle im Alter zwischen zehn und 17 - damit bei ihren Lehrern und weiteren Helfern, darunter Oberstufenschüler sowie ehemalige Schüler und auch Lehrer des THG. "Die Zeit war schön und wir werden uns irgendwann wiedersehen", ergreift ein Mädchen stellvertretend für die Schüler das Wort, ehe Applaus für alle erfolgt.

Der Rhythmus in der Klasse ist da
Auch Theo Güldenberg möchte etwas sagen. Er ist einer von sechs pensionierten Lehrern, die sich kurz nach der Einrichtung der IFK dazu entschieden haben, die Arbeit hier ehrenamtlich zu unterstützen. Mit Ende des Schuljahres wird er sich ein zweites Mal zur Ruhe setzen. "Es hat uns eine große Freude bereitet, bei euch zu sein", sagt er zu den Schülern. "Mein Gefühl ist: Nun ist der Rhythmus in der Klasse da - es funktioniert." Dass dies nicht von Beginn an so war, werden Güldenberg und auch seine Kollegen später erzählen, nach dem Frühstück. Als "naiven pädagogischen Optimismus" wird der ehemalige stellvertretende Schulleiter des THG die vor drei Jahren noch vielfach vertretene Ansicht, dass es reiche, die Flüchtlinge einfach in die Regelklassen zu verteilen, "dann werde das schon", betiteln.

Auch Christina Breustedt und Simone Friedhoff, die die IFK-Schüler im vergangenen Jahr unterrichteten, haben diese Erfahrung gemacht. "Es sind andere Aufgaben, die uns hier jeden Tag erwarten", sagt Breustedt. Strikt einen Lehrplan durchzuziehen, funktioniere in der IFK nicht. Die große Heterogenität aufgrund unterschiedlichen Alters, verschiedener Nationalitäten, Sprachen, Religionen und Herkunftsgeschichten, die regelmäßige Veränderung innerhalb der Klasse, wenn wieder ein Schüler komme oder gehe, erfordere neben "sehr viel Herzblut" auch sehr viel Flexibilität, sagt Breustedt. "Jeder Schüler braucht hier beispielsweise seinen eigenen Stundenplan." Als Lehrkraft habe sie sich daher viel mehr mit jedem einzelnen Schüler auseinandersetzen müssen, sagt auch Friedhoff. "Um herauszufinden, was derjenige kann, schon mitbringt und wobei er noch Hilfe benötigt."

"Wir haben gelernt, dass es ohne persönliche Beziehungen nicht geht", betont auch Schulleiter Thomas Nett. Stabil und sozial müssten sie sein, "denn das ist erstmal die Grundlage für unsere Arbeit". Auch deshalb sei er den ehrenamtlichen Helfern für ihren währenden Einsatz dankbar. Die Helfer haben die IFK-Schüler nicht nur beim Lernen der deutschen Sprache unterstützt und dabei vor allem viel mit ihnen gesprochen, sondern ihnen auch geholfen, wenn Post von deutschen Ämtern kam oder vom Arzt. Auch bei Alltagssituationen haben sie die Schüler unterstützt. "Ich war mit ihnen auf dem Markt, in der Stadt oder habe mit ihnen eine Kirche besucht", sagt Güldenberg. Nur so schließlich könnten sie sich schnell in der neuen Heimat einleben.

Artikel von Anna Katharina Wrobel aus der NRZ vom 14.07.2018

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