Abi in der Tasche: Und was nun?

Artikel aus der NRZ vom 05.07.2017:

Mit dem Reifezeugnis stehen viele Möglichkeiten offen. Die NRZ hat bei vier ehemaligen THG-Schülern nachgefragt, was sie für ihre Zukunft planen

Pia Bergmann (17), Annick Krywuczky, Finn Krüger und Marlo Rosser (jeweils 18) sind vier von insgesamt 109 Schülern, die in diesem Jahr am Theodor-Heuss-Gymnasium das Abitur bestanden haben. Am Samstag werden sie ihr Reifezeugnis erhalten, dann trennen sich ihre Wege. Wie aber geht es danach weiter, was folgt? Ein Studium, eine Ausbildung, oder eine wie auch immer geartete Auszeit bei Freiwilligem Sozialen Jahr oder Auslandsaufenthalt? Die NRZ hat bei den vier ehemaligen Schülern nachgefragt - und ganz unterschiedliche Antworten erhalten.

Die Ausbildung mit Studium

Pia weiß schon ganz genau, was kommt. Zum 1. September beginnt sie ein duales Studium - sie wird dann beim hiesigen Finanzamt arbeiten und gleichzeitig in Nordkirchen studieren. "Ich wollte beides machen, weil es mir wichtig ist, mein eigenes Geld zu verdienen", erklärt die 17-Jährige. Die als trocken verschrienen Theorien schrecken sie dabei nicht ab. "Ich hatte Mathe- und Bio-Leistungskurs, das zeigt ja schon, dass ich so etwas gerne mache. Ich stelle mir den Beruf sehr spannend vor."

Das Studium

Auch Marlo mag, was andere oft als langweilig betiteln: Gesetze und Paragrafen. Er möchte Jura studieren - in Köln oder Bonn, eventuell auch in München. "Ich weiß tatsächlich schon seit drei Jahren, dass ich Jurist werden will", erzählt der 18-Jährige. "Lernen liegt mir zwar überhaupt nicht, aber ich habe das Glück, mir Sachen merken zu können, sobald ich sie einmal gesehen habe. Ich glaube, das hilft in dem Bereich ungemein." Bei seinem Abitur jedenfalls hat es das: "Die verschiedenen Jahreszahlen für Geschichte habe ich mir auch erst einen Tag vor meiner mündlichen Prüfung angeguckt."

Das Freiwillige Soziale Jahr

Deutlich mehr gepaukt hat hingegen Finn. "Ich war schon immer ein Schüler, der sehr viel lernen musste", sagt er. "Aber es hat sich gelohnt - ich bin echt stolz, dass ich das Abi geschafft habe." Die vielen Optionen, die er nun hat, überfordern ihn allerdings. "Bis letztes Jahr wusste ich noch gar nicht, was ich machen wollte - zumindest, nachdem ich für eine Ausbildung beim Zoll abgelehnt wurde", erzählt der 18-Jährige. Im September wird er ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Albert-Schweitzer-Einrichtungen (ASE) beginnen, dort mit geistig Behinderten im Garten-Landschaftsbau arbeiten. "Ich habe bereits einen Tag probeweise da gearbeitet und fand das toll", sagt Finn. "Ich glaube, dass ich mich durch das FSJ weiterentwickeln werde, außerdem kann ich mir währenddessen überlegen, was ich machen möchte. Von daher ist das ganz sicher kein verschenktes Jahr".

Die Auszeit

Nicht ein ganzes Jahr, sondern sieben bis acht Monate möchte Annick sich freiräumen - und erstmal gemeinsam mit einer Freundin nach Neuseeland reisen und dort arbeiten. "Ich weiß auch noch nicht genau, was ich danach mache", sagt die 18-Jährige. "Ich finde es unglaublich schwer, jetzt schon eine so große Entscheidung zu treffen." Ein Studium, schätzt Annick, wird dem Auslandsaufenthalt folgen: "Ich glaube, ich muss noch etwas weiterlernen."

Anna Katharina Wrobel

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