Ein Konzept, das passt: Das THG wird Dalton-Schule

Zweimal am Tag können Schülerinnen und Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums ab dem nächsten Schuljahr das Fach, den Raum und den Lehrer frei wählen. „Aus allen Fächern werden von den Lehrkräften Inhalte ausgelagert, die die Schülerinnen und Schüler dann in diesen so genannten Dalton-Stunden bearbeiten“, erläutert Schulleiter Thomas Nett das Kernelement der „Dalton-Pädagogik“, die von der amerikanischen Reformpädagogin Helen Parkhurst entwickelt worden ist. Die jeweilige Lehrkraft lege fest, bis wann die Daltonaufgaben wieder in den Unterricht zurückfließen. „Dass die Schüler in diesen Stunden entscheiden können, wo, was und mit wem sie lernen, wird den Stress des Schulalltags für Schüler wie für Lehrer verringern“, ist der Schulleiter überzeugt. „Und es wird mehr Gelerntes hängen bleiben.“

„Lernen funktioniert doch nur, wenn es ein aktiver und selbstgesteuerter Prozess ist. Das haben wir doch alle auf unserem eigenen Lernweg erfahren“, betont Katrin Keita, Lehrerin am THG und Mitglied der Planungsgruppe den Grundgedanken des neuen pädagogischen Konzeptes. Dieses nachhaltige Lernen soll nun ab dem kommenden Schuljahr am THG umgesetzt werden. Rund anderthalb Jahre hat der Informations-, Diskussions- und Entscheidungsprozess gedauert. „Wir haben intensiv mit Schülern und Eltern gerungen und diskutiert. Inzwischen ist die Zustimmung  riesengroß“, berichtet Thomas Nett stolz. Auch in der Schulkonferenz gab es grünes Licht – keine Gegenstimme und keine Enthaltung. „Je mehr wir uns mit dem Konzept beschäftigt haben, desto mehr hatten wir den Eindruck: Dieses Konzept passt einfach zum THG“, so der Schulleiter.

Schülersprecher Nils Weitkämper hat sich selbst bei einer Daltonschule informiert und hat allen THG-Schülern das neue Konzept vorgestellt. „Natürlich gibt es bei einigen etwas Zurückhaltung, aber  der größere Freiraum, das eigene Lernen zu gestalten, hat viele überzeugt.“

Auch in der Elternschaft ist der Rückenwind groß. „Acht Jahre lang können THG-Schüler hier so lernen und arbeiten, wie es später in der Universität und der Berufswelt verlangt wird“, sieht Schulpflegschaftsvorsitzende Ina Cebulla aus Elternsicht einen weiteren Vorteil. Die für Eltern einsehbaren Dalton-Lernpläne und die Dokumentation und Rückmeldung über einen Daltonplaner schaffe zusätzlich Transparenz für Eltern, so die Elternsicht.

Am 27. November können sich interessierte Eltern von Viertklässlern ab 19.30 Uhr über das älteste Dinslakener Gymnasium und natürlich über die Neuausrichtung informieren. Im Forum des THG wird die Schulleitung Fakten und Hintergründe präsentieren sowie für Fragen zur Verfügung stehen.

Wie die pädagogische Arbeit am THG praktisch aussieht, das können sich Eltern, Viertklässler und sonstige Interessierte dann am kommenden Tag bei „THG-live“ anschauen. Von 15 – 18 Uhr stellt sich  das THG am 28. November allen Besuchern vor.

527efb333