Einen Tag EU-Parlamentarier sein....

Diesen Wunsch konnten sich am 13. Dezember 2013 18 Schüler des Sozialwissenschaften Leistungskurses am Theodor-Heuss-Gymnasium in Straßburg erfüllen.Bereits im April starteten die Schülerinnen und Schüler von THG und OHG, des kooperierenden Sozialwissenschaften-Leistungskurses, unter der Leitung ihres Lehrers Tim Neuzerling, das Projekt Europa. Mit der Teilnahme an dem Wettbewerb „Euroscola“ erhofften sie sich die Chance erspielen zu können ihr Land, ihre Stadt und ihre Schulen vor den Jugendlichen ganz Europas im Europaparlament vertreten zu können. Hierzu mussten sie sich allerdings qualifizieren, was ihnen durch das erfolgreiche Bewältigen der nationalen Qualifikation gelang. Hierbei war es die Aufgabe, im Zuge des Europäischen Jahres der Bürgerinnen und Bürger, die Rechte und Pflichten, die mit der Unionsbürgerschaft einhergehen, möglichst prägnant darzustellen. Dies verwirklichten die Schülerinnen und Schüler, indem sie Radio-Podcasts erstellten, die die Inhalte entweder kompakt zusammengefasst oder ausführlicher an Beispielen erläutert wiedergegeben haben. Mitte Juni 2013 erhielt der Kurs dann die Antwort, dass sie als einer der Gewinnergruppen des Euroscola-Wettbewerbes auserwählt sind, Deutschland am Freitag, den 13. Dezember, im Europäischen Parlament zu repräsentieren.Am Donnerstagmorgen begann dann die vom Europäischen Parlament subventionierte Fahrt in Richtung Straßburg, was man nach guten sieben Stunden Reisezeit erreichte. Dort angekommen er­hielten die Schülerinnen und Schüler das erste Mal die Möglichkeit in die europäische Atmosphäre einzutauchen, indem man an einer Führung im Europarat teilnahm. Hier wurde ihnen die Geschichte der Europäischen Union und die Funktion der ersten europäischen Institution nahe gebracht. Ab­gerundet wurde der Tag dann mit einem Besuch des beschaulichen Straßburger Weihnachtsmarktes und einer Besichtigung der wunderschönen Altstadt.Der Tag der Tage wurde dann durch ein gemeinsames Frühstück der Teilnehmer, das um 8:30 Uhr in der Mensa des Europäischen Parlamentes stattfand, eröffnete. Anschließend zogen die 390 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt 22 Ländern der Union in den Plenarsaal ein und besetzten die Plätze der EU-Parlamentarier. Von dort konnten sie dann den Ausführungen von vier Verwaltungsräten des Europäischen Parlaments folgen, die sich dank simultaner Übersetzung gut verständlich die Funktionsweise der EU erklärten, um anschließend Fragen aus dem Plenum zu beantworten. Bei der nun folgende Kennenlernrunde stellten ein bis zwei freiwillige Schülerinnen und Schüler ihre Gruppe kurz vor. Diese Vorstellung musste in einer der Amtssprachen des EU-Parlamentes in englischer oder frazösischer Sprache durchgeführt werden. Für unsere deutsche Delegation übernahmen diese Aufgabe Alexander Kloppert und Amanda Pyscheva, die ihre Begrüßungsrede in beiden Amstsprachen vortrugen. Nachdem dies geschehen war, erhielten die Schülerinnen und beim folgenden Mittagessen kam es dann zu einer nun mutigeren internationalen Interaktion, indem sich Vierergruppen, aus Schülern verschiedener Nationalitäten bestehend, bildeten und ein Quiz über die Europäische Union gemeinsam lösten. Nach dem Mittagessen stand dann eine Simulation zur Arbeitsweise des EU-Parlaments statt. Hierzu wurden alle anwesenden Schüler in 6 verschiedene Arbeitsgruppen eingeteilt. Die Schüler und Schülerinnen hatten sich im Vorhinein auf diverse Inhalte, die von erneuerbaren Energien und Umweltpolitik bis zu der Verbreitung einer europäischen Identität reichten, vorbereitet, sodass es ihnen, trotz der Sprachbarriere, leicht fiel, vorgeschlagenen Maßnahmen und Zielsetzungen kontrovers zu diskutieren. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen wurden dann dem Plenum vorgestellt und nochmals erörtert. Anschließend wurde originalgetreu über jeden Bericht abgestimmt. Den Abschluss des Tages bildete ein Fahneneinzug der Flaggen aller 28 Nationalstaaten der EU zu den Klängen der Europahymne.Zum Schluss sind sich alle einig, dass der Tag im Europäischen Parlament ein wohl einmaliges Erlebnis war und uns gezeigt hat wie Europa funktionieren kann: Miteinander kommunizieren und aufeinander zugehen, einander kennenlernen. Zukunftsweisende Themen gemeinsam diskutieren. Politik vor Ort live erleben, um so den Traum eines friedlichen, erfolgreichen und geeinten Europas zu realisieren.von Jahannes Matzko (Q2)

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