Recife-Projekt-Tag: Jahrgangsstufe 6 lernt das Leben brasilianischer Kinder kennen

Angestoßen vom Agenda 21-Motto: „Global denken, lokal handeln“ verglichen Kinder der Jahrgangsstufe 6 in der letzten Woche an einem Projekttag ihre Welt mit der von brasilianischen Kindern. In der ersten Stunde "reisten" die Schüler mit Hilfe von Bildern durch Brasilien. So gewannen sie einen ersten Eindruck von diesem großen Land und seinen unterschiedlichen Bewohnern. Es wurden ein Kind reicher Eltern, ein Junge, der auf einer Baumwollplantage harte Arbeit leisten muss, zwei kleine Indianer im Amazonas und Kinder aus den Elendsvierteln vorgestellt. Danach begann die Arbeit in verschiedenen Kleingruppen. Informationen über die Geschichte und Geographie Brasiliens, Kinderarbeit und die Situation von Straßenkindern tragen die Schüler zusammen und werten sie aus. Eine Gruppe testete verschiedene Arten von Orangensäften, deren Konzentrat vor allem aus Brasilien importiert wird. Sie lernten etwas über die Arbeitsbedingungen der Pflücker auf den Orangenplantagen. „13,50 Euro für 10 Stunden Orangenpflücken, das ist viel zu wenig.“ Das meinten übereinstimmend alle O-Saft-Tester. Sie erfuhren, dass wir in Deutschland etwas dagegen tun können, in dem wir fair gehandelte Waren kaufen und fanden die Idee, dadurch die Ungerechtigkeiten im Welthandel ein wenig zu korrigieren, gut. Eine weitere Gruppe "erprobte" das Leben als Straßenkind. Nachdem sie eine Schlafstelle aus Pappkarton und Plastikfolie ohne weitere Hilfsmittel gebaut hatten, verbrachten sie einige Zeit in dieser Unterkunft. „Das Bauen macht ja Spaß, aber als Straßenkind leben: Nein, danke“ so war die Resonanz dieser Gruppe. Andere bauten Spielzeug nach, wie es brasilianischen Kindern aus den ihnen zur Verfügung stehenden Materialien basteln. Sie lernten, wie man mit einfachen Mitteln schöne Spiele selber bauen kann. Dabei fand das Nagelfußballspiel besonderen Anklang. Praktische Erfahrungen sammelten auch die "Kinderarbeiter". Sie klebten für kurze Zeit Papiertüten und errechneten, wie viel sie mit dieser Tätigkeit im Laufe eines Tages verdienen würden. „Eine harte und langweilige Arbeit! Wir müssten 20 Tage Tüten kleben, um einen Tag überleben zu können, da würden wir wohl verhungern!“ So die Erkenntnis dieser Gruppe Die schönen Seiten des Lebens in Recife lernen einige bei ihren Recherchen im Internet kennen. Recife ist ein beliebtes Touristenziel. Die schönen Strände und das angenehme Klima locken auch deutsche Besucher an. Am Ende des Tages erzählt jede Gruppe den Mitschülern, was sie an diesem Tag „gelernt“ haben und die SchülerInnen sehen einen Videofilm über das Schulprojekt „Liberdade“ in Recife, das das THG schon über 20 Jahre unterstützt. Die Erfahrungen, die die SchülerInnen an diesem Tag gemacht haben, sollen sie anregen, sich für dieses Projekt zu engagieren. „Es ist wie ein Lottogewinn, dass sie in Deutschland und nicht in einem Armenviertel in Brasilien geboren sind“, so Christiane Rothvoss, die ursprüngliche Initiatorin dieses Projektes.

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